[MOMLIFE] Meine Gedanken zum anstehenden Start bei der Tagesmutter

Hallo Ihr Lieben!

Als wir Mitte März die Absage für einen Krippenplatz erhielten, war die Enttäuschung sehr groß und es war für uns wie ein Schlag ins Gesicht. Ich muss ehrlicherweise schreiben, dass ich erst einmal mit dem Brief in der Hand da saß und weinte. Denn ich wusste aus meinem Berufsleben als Erzieherin, wie schwer es bei uns ist, einen Krippenplatz oder eine Tagesmutter zu finden. 
Ich war enttäuscht, aber auch wütend, dass die Stadt so vielen Eltern mit Kleinkindern eine Absage schickte, da sie es versäumten, neue Krippen- und Kindergartenplätze zu schaffen.

Die Erleichterung kam dann im April, als wir mit viel Glück, Hoffen und Bangen einen Platz bei unserer Wunschtagesmutter bekamen. Und nun schlagen wir in vier Wochen ein neues Kapitel auf: die Fremdbetreuung des kleinen Mannes bei der Tagesmutter. 
Je näher das Datum heranrückt, desto mehr mache ich mir Gedanken darüber und viele Fragen schwirren im Kopf.


Wird der kleine Mann mit der Trennung zurechtkommen? Denn schließlich verbrachte er die letzten 20 Monate jeden Tag mit mir und war nur für ein paar Stunden von mir getrennt. Klappt das frühe Aufstehen oder wird es jeden Morgen ein Morgen unter Zeitdruck? Ich werde wahrscheinlich um kurz vor 7 Uhr aus dem Haus gehen und der kleine Mann wird von seinem Papa gegen viertel acht zur Tagesmutter gefahren. Wird es Tränen geben, wenn der Papa geht? Wird der kleine Mann seinen Mittagsschlaf machen, wenn er bemerkt, es ist nicht die Hand von Mama oder Papa, die ihn hält oder über dem Kopf streichelt? Werden wir es geregelt bekommen, wenn die Tagesmutter mal krank ist? Denn wir haben leider keine Großeltern, die spontan die Betreuung übernehmen können. 

Wie Ihr seht, bin ich im Moment voller Zweifel, ob wir es richtig machen. Die Emotionen einer Mama sind da nicht immer hilfreich, wenn der Kopf was anderes denkt. 
Aber auf jeden Fall bin ich mir sicher, dass das Zusammensein mit anderen Kindern in einer kleinen Gruppe dem kleinen Mann gut tun wird. Er wird neue Erfahrungen sammeln im Umgang mit anderen Kindern. Er wird viel Neues kennenlernen, was ich ihm vielleicht nicht bieten kann. Da unsere Tagesmutter eine pädagogische Ausbildung und selbst auch zwei Kinder hat, bin ich mir auch sicher, dass er in dieser tollen Umgebung, die sie bietet, auch viel Lernen und einen großen Schritt in seiner Entwicklung machen wird.


Ich weiß auch, dass sich alles einfinden wird. Schließlich haben es andere Kinder und Eltern vor uns auch geschafft. Und ich weiß auch, dass wir eine tolle, herzliche Tagesmutter gefunden haben, bei der sich der kleine Mann wohlfühlen wird. So ziehe ich bis zum Start die Bremsen in meinem Gedankenkarussell einfach etwas fester an.

Liebe Grüße


Anette

Kommentare:

  1. Ich drücke Dir ganz, ganz fest die Daumen, dass er kleine Mann seine neue Tagesmutter lieb gewinnt und sich wohl und behütet bei ihr fühlt.
    Den verschiedenen Betreuungsmöglichkeiten stehe ich vollkommen offen und vorurteilslos gegenüber. Da muss jede Familie ihren eigenen Weg finden. Unverständlich finde ich wie Du, dass in der Politik große Sprüche geklopft werden, aber viel zu wenig Taten folgen. Andere Länder, wie z.B. in Skandinavien, sind uns da weit voraus.
    Ich selber bin daheim geblieben, da die drei Mädchen (während und nach meinem Studium) in schneller Folge kamen, so dass ich mich danach beruflich orientieren konnte. Eine Zeit, die ich nicht missen möchte. Ja, damals war ich "Nur-Hausfrau" über die man heute so die Nase rümpft. Aber Wege gibt es viele, Hauptsache den Kindern geht es gut dabei.
    Einen glücklichen Einstieg in Deine neue Stelle und einen reibungslosen Beginn für den kleinen Hosenmatz!
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Vielen lieben Dank für deine Worte, Andrea!
      Erst heute Morgen habe ich wieder über die Nachrichten im Radio den Kopf geschüttelt. Es hieß, dass bei uns im Landkreis wieder mehr Kinder auf die Welt kommen. Ein Grund ist die besser ausgebaute Kinderbetreuung für unter Dreijährige. Da frage ich mich dann auch, wo denn das bitte sein soll?
      Manchmal wünsche ich mir auch die Zeit zurück, in der die Frau zu Hause bleiben konnte und das Gehalt des Mannes ausreichte, um eine Familie zu ernähren. Das scheint derzeit aber bei vielen Familien und auch bei uns nicht möglich zu sein.... Politisch muss da noch einiges passieren!

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  2. ...ich finde, durch deine Zweifel klingt viel gutes Gefühl, liebe Anette,
    und wenn ihr es nicht versucht, werdet ihr es auch nicht wissen...andere Kinder sind meist eine Bereicherung und eine liebevolle Umgebung sowieso...ich denke und wünsche, der kleine Mann wird davon profitieren und einen wichtigen Schritt machen...und falls das gute Bauchgefühl dich mal verlässt, dann muß es ja auch nicht ewig diese Situation bleiben...dann kann man immer noch schauen, was besser wäre...

    liebe Grüße Birgitt

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  3. Wenn ich deine Gedanken lese, fühle ich mich um 32 Jahre zurück versetzt, denn damals haben die mich auch sehr geplagt. Und ich bin bis heute nicht sicher, ob ich mich richtig entschieden habe oder nicht. Ich glaube, das bedeutet Muttersein, dieses ständige Reflektieren, ob man eine gute Mutter ist. Und heutzutage wird es den Müttern nicht leichter gemacht und die Entscheidung für die eine oder andere Richtung oft benutzt, sich auf Kosten derjenigen, die es anders gemacht haben, besser zu fühlen. Da geht es dann gar nicht um das Interesse an dir und deinem Kind, sondern man tut was für sein eigenes, narzisstisches Bedürfnis.
    Vertrau auf dich, dein Kind, deinen Partner! Und der Tagesmutter hast du auch schon einen Vertrauensvorschuss gegeben -eine gute Basis, denke ich.
    Euch alles Liebe & Gute!
    Astrid

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  4. Liebe Anette,
    so erging es mir auch,bevor ich unsren Sohn das erste Mal in die Krippe gebracht habe.
    Ich weinte sogar,als ich ihn allein zurücklassen musste...Richtig schwer war es mir ums
    Herz.Junior war gleich abgelenkt und hätte keine Sehnsucht;)
    Du wirst sehen,alles fügt sich von selbst.
    So fühlen wohl alle Mamis,wenn der neue Alltag anfängt.
    Ganz liebe Grüße von
    Kristin

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  5. Liebe Anette,
    ich weiß auch genau, wie du dich fühlst
    und da kann ich mich den anderen nur anschließen.
    Wie du von der Tagesmutter erzählst, zeigt, dass es so passt.
    Das Organisatorische wundert mich auch immer wieder aufs Neue.
    Im Moment sind wir hier auch absolut im Ferienmodus und ich frage mich schon wieder, wie wir das nur immer geschafft haben, rechtzeitig in der Schule bzw. im Kindergarten zu sein ;-) Aber wenn es sein MUSS, dann klappt das auch ;-)
    Ganz liebe Grüße und deinem kleinen Mann einen guten Start und ganz viel Freude bei der Tagesmutter!
    Melanie

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